Welt-Aids-Konferenz
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Die Welt-Aids-Konferenz (engl. International AIDS Conference) wird regelmäßig von der International AIDS Society abgehalten. Es handelt sich dabei um das bedeutendste Treffen von Wissenschaftlern und Nichtwissenschaftlern zum Thema HIV und Aids. Die erste Konferenz fand 1985 in Atlanta, Georgia in den USA statt. Weitere in den USA geplante Konferenzen konnten dort – aufgrund des Einreiseverbots für Menschen mit HIV und AIDS – nicht abgehalten und mußten kurzfristig nach Amsterdam bzw. Vancouver verlegt werden.
Während in den 1980er Jahren das Verständnis um die Wirkung des Virus auf den Organismus und den Verlauf der Krankheit im Mittelpunkt der Konferenzen stand, waren die frühen 1990er geprägt von ersten Erfolgen der Kombinationstherapie und die Frage, wie die Therapie am sinnvollsten und wirkungsvollsten eingesetzt werden kann. Während schon die frühen Welt-Aids-Konferenzen um gesellschaftliche Akzeptanz und gegen Diskriminierung sich bemühten, gelang der weltweite Durchbruch gegen das Schweigen erst im Jahr 2000 in Durban. Nachdem der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki wissenschaftliche Erkenntnisse in Frage gestellt und Sympathien für die Thesen der AIDS-Kritiker um Peter Duisberg hatte erkennen lassen[1], erklärten über 5.000 Wissenschaftler und Ärzte aus über 50 Ländern, unter ihnen ein Dutzend Nobelpreisträger, dass HIV eindeutig die Ursache von AIDS sei. Auch Mbekis Vorgänger, Nelson Mandela, stellte sich in seiner Schlussrede unmissverständlich auf die Seite der Wissenschaftler. In Durban trat auch der damals elfjährige Nkosi Johnson auf, der selbst vom Virus betroffen war. In einem eindrucksvollen Plädoyer trat er vor rund 20.000 Menschen und Fernsehkameras aus der ganzen Welt ans Mikrofon und erklärte: „Wir sind normale menschliche Wesen. Wir können laufen, wir können sprechen.“ Nkosi stirbt am 1. Juni 2001 an den Folgen der Infektion.
Ein wichtiges Charakteristikum der Konferenz ist das Global Village als Treffpunkt von Betroffenen, Angehörigen und Vertretern der helfenden und heilenden Berufe, in dem oft schon Todkranke durch künstlerische Darbietungen ihren Überlebenswillen demonstrieren und sich die weltweite Community der Infizierten trifft und austauscht. Hoffnung trotzdem lautet die Devise des bunten Spektakels, welches an den Karneval in Rio, die Paraden zum Christopher Street Day oder den Life Ball erinnern. Die Konferenzen wurden zunächst jährlich, ab 1994 alle zwei Jahre abgehalten. Bisher fanden folgende Konferenzen mit den nachstehenden Themen statt:
| Nummer | Jahr | Ort | Titel | Link |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 1985 | |||
| 2 | 1986 | |||
| 3 | 1987 | |||
| 4 | 1988 | |||
| 5 | 1989 | Die wissenschaftliche und soziale Herausforderung von Aids | ||
| 6 | 1990 | Aids in den Neunzigern: Von der Wissenschaft zur Politik | ||
| 7 | 1991 | Die Wissenschaft fordert Aids heraus | ||
| 8 | 1992 | Eine Welt vereint gegen Aids | ||
| 9 | 1993 | |||
| 10 | 1994 | Die globale Herausforderung von Aids: Gemeinsam fĂĽr die Zukunft | ||
| 11 | 1996 | Eine Welt, eine Hoffnung | ||
| 12 | 1998 | Die LĂĽcke ĂĽberbrĂĽcken | [1] | |
| 13 | 2000 | Das Schweigen brechen | ||
| 14 | 2002 | Wissen und Verpflichtung fĂĽr Handlung | ||
| 15 | 2004 | Zugang fĂĽr alle | [2] | |
| 16 | 2006 | Time to Deliver | [3] | |
| 17 | 2008 | Universal Action Now | [4] | |
| 18 | 2010 | [5] |
[Bearbeiten] Einzelnachweise
[Bearbeiten] Weblinks
- Internationale Aids-Konferenz in Mexiko-Stadt: In den USA viel mehr HIV-Infizierte als angenommen bei tagesschau.de, 3. August 2008