Pratibha Patil
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Pratibha Devisingh Patil (Marathi: à€Șà„à€°à€€à€żà€à€Ÿ à€Șà€Ÿà€à„à€Č, PratibhÄ PÄáčÄ«l; * 19. Dezember 1934 in Nadgaon, Maharashtra, Indien) ist eine indische RechtsanwĂ€ltin und Politikerin. Am 25. Juli 2007 wurde sie als PrĂ€sidentin der Republik Indien vereidigt; sie ist die erste Frau in diesem Amt und TrĂ€gerin der 13. indischen PrĂ€sidentschaft. Patil hatte fĂŒr den Indian National Congress (Kongresspartei) und die bundesweit regierende United Progressive Alliance unter Sonia Gandhi und fĂŒr die Left Front (unter anderem mit Jyoti Basu; Linksfront) fĂŒr das Amt der PrĂ€sidentin Indiens kandidiert. Die PrĂ€sidentschaftswahl fand am 19. Juli 2007 statt. Vorher war Patil als 16. Gouverneurin von Rajasthan die erste Frau im Amt einer obersten BundesstaatsreprĂ€sentantin. Zwischen 1986 und 1988 war sie bereits VizeprĂ€sidentin (deputy chairperson) des Rajya Sabha.
Von 1962 bis 1985 war sie fĂŒr den Distrikt Jalgaon Abgeordnete im Parlament (Legislative Assembly) des indischen Bundesstaates Maharashtra. Von 1991 bis 1996 vertrat sie Amravati im Lok Sabha.
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[Bearbeiten] Herkunft, Schule
Pratibha, Tochter von Narayan Rao, ging auf das M. J. College in Jalgaon. Sie absolvierte AbschlĂŒsse als M.A. und bekam den Bachelor of Laws (LL.B.) des Government Law College in Mumbai. Als Studentin war sie auch als eine hervorragende Tischtennisspielerin bekannt.[1] 1962 wurde Pratibha Patil zur âCollege Queenâ of Mooljee Jaitha College in Jalgaon (MJ)[2] gewĂ€hlt. Im selben Jahr gewann sie ihr erstes Abgeordnetenmandat fĂŒr den Wahlkreis Jalgaon als Kandidatin der Kongresspartei.
1965 heiratete sie Devisingh Ransingh Shekhawat, dessen Familiennamen sie aus RĂŒcksicht auf ihre politischen Ambitionen in Indien jedoch nicht trĂ€gt.[3] Sie haben gemeinsam eine Tochter Jyoti Rathore und einen Sohn Rajendra Singh. Zusammen mit ihrem Mann grĂŒndete sie ein Bildungsinstitut, Vidya Bharati Shikshan Prasarak Mandal, das eine Reihe von Schulen und Colleges in Jalgaon und Mumbai betreibt.[4] AuĂerdem grĂŒndete sie eine Reihe von Hostels fĂŒr Arbeiterinnen in Neu-Delhi und Mumbai, eine Fachhochschule fĂŒr Landwirtschaft sowie eine Zuckerfabrik in Jalgaon. Sie war auch am Aufbau einer Industrieschule fĂŒr Sehbehinderte und an der Leitung einer Schule fĂŒr arme Kinder im Gebiet von Vimkuta Jematis beteiligt.
[Bearbeiten] Politische Entwicklung
Pratibha Patil ist seit 1962 politisch aktiv. Sie arbeitete unter dem frĂŒheren KongressparteifĂŒhrer und ehemaligen Yashwantrao Chavan.[5] Nach der Wiederwahl 1967 wurde sie in der Regierung von Vasantrao Naik stellvertretende Erziehungsministerin und 1972â1978 vollrangiges Kabinettsmitglied. In aufeinanderfolgenden Kongressregierungen war sie zustĂ€ndig fĂŒr Tourismus, Frauen und Soziales (Chief Minister waren damals Vasantdada Patil, Babasaheb Bhosale, Shankarrao Bhaurao Chavan und Sharad Pawar). 1985 verlieĂ sie dieses Parlament, da sie fĂŒr den Rajya Sabha (Bundesebene) aufgestellt war.
Sie hat bisher keine Wahl verloren, fĂŒr die sie nominiert worden war.[6]
Nach 19 Monaten Notstandsregierung spaltete sich die Kongresspartei 1977 nach der Niederlage Indira Gandhis (Indian Emergency (1975â1977)). Obwohl viele ihrer WeggefĂ€hrten die Fraktion wechselten, blieb Pratibha bei Indira. Dies erschien damals vielen als politischer Fehler.[7] Diese LoyalitĂ€t zur Nehru-Gandhi-Familie blieb bei Rajiv Gandhi und Sonia Gandhi stets in guter Erinnerung.[8] Sie protestierte im Dezember 1977 gegen die Verhaftung von Indira Gandhi und kam deshalb selbst zehn Tage in Haft.[9] 1978 wurde sie OppositionsfĂŒhrerin im Landesparlament. 1980, als die Kongresspartei wieder siegte, wurde nicht sie Chief Minister, sondern Abdul Rehman Antulay,[10] der bald danach wegen KorruptionsvorwĂŒrfen zurĂŒcktreten musste. Sie wurde dann Ministerin in der Regierung von Vasantdada Patil. Nach Auseinandersetzungen zwischen Patil und dem spĂ€teren Vorsitzenden der Maharashtra Pradesh Congress Committee (MPCC) Prabha Rau, ernannte Rajiv Gandhi sie zur MPCC-Vorsitzenden. Dieses Amt hatte sie von 1988 bis 1990 inne.
Nachdem sie auch 1985 in den Rajya Sabha wiedergewĂ€hlt worden war, wurde sie dort bis 1988 stellvertretende PrĂ€sidentin. Ihr Mandat endete April 1990. Im folgenden Jahr, nach der Ermordung von Rajiv Gandhi, wurde sie in das Unterhaus (Lok Sabha) gewĂ€hlt, nachdem sie das Mandat in Amravati gewonnen hatte. In Amravati war ihr Ehemann frĂŒher BĂŒrgermeister gewesen.[4]
Sie war auch Direktorin der National Federation of Urban Co-operative Banks & Credit Societies und Mitglied des Governing Council der National Co-operative Union of India.
Sie wurde im November 2004 zur Gouverneurin von Rajasthan ernannt. Pratibha Patil trat am 21. Juni 2007 wegen ihrer PrĂ€sidentschaftskandidatur vom Amt als Gouverneurin zurĂŒck.[11]
[Bearbeiten] Bisherige Ămter
| Periode | Position (engl. Bezeichnung, Behörde) |
|---|---|
| 1967â1972 | Deputy Minister, Public Health, Prohibition, Tourism, Housing & Parliamentary Affairs in der Regierung von Maharashtra |
| 1972â1974 | Cabinet Minister, Social Welfare in der Regierung von Maharashtra |
| 1974â1975 | Cabinet Minister, Public Health & Social Welfare in der Regierung von Maharashtra |
| 1975â1976 | Cabinet Minister, Prohibition, Rehabilitation and Cultural Affairs in der Regierung von Maharashtra |
| 1977â1978 | Cabinet Minister, Education in der Regierung von Maharashtra |
| Juli 1979 bis Februar 1980 | OppositionsfĂŒhrerin, CDP (I), Maharashtra Legislative Assembly |
| 1982â1985 | Cabinet Minister, Urban Development and Housing in der Regierung von Maharashtra |
| 1983â1985 | Cabinet Minister, Civil Supplies and Social Welfare in der Regierung von Maharashtra |
| 18. November 1986 bis 5. November 1988 | Deputy Chairman des Rajya Sabha |
| 1986â1988 | Vorsitzende, Committee of Privileges, Rajya Sabha; Mitglied im Business Advisory Committee, Rajya Sabha |
| 1991â1996 | Vorsitzende, House Committee, Lok Sabha |
| 8. November 2004 bis 23. Juni 2007 (niedergelegt) | Gouverneurin von Rajasthan |
| seit Juli 2007 | PrÀsidentin der Republik Indien |
Zur ErklĂ€rung der Ămter: WĂ€hrend die Unionsterritorien von der Zentralregierung in Neu-Delhi verwaltet werden, verfĂŒgt jeder Bundesstaat ĂŒber ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung. Der Regierung eines Bundesstaats steht der Chief Minister vor, der allerdings formal einem vom indischen PrĂ€sidenten ernannten Gouverneur mit weitgehend reprĂ€sentativen Aufgaben untergeordnet ist (Letzterem werden nur bei Anwendung der Presidentâs rule (siehe auch Politisches System Indiens) die RegierungsgeschĂ€fte ĂŒbertragen.). In Deutschland gibt es kein entsprechendes Amt auf LĂ€nderebene (es wĂ€re sozusagen der BundesprĂ€sident des jeweiligen Bundeslandes). Zwar ist der Gouverneur das Oberhaupt des Bundesstaates, seine Rolle ist jedoch hauptsĂ€chlich zeremonieller Natur. Des Weiteren ist der Gouverneur qua Amt PrĂ€sident aller UniversitĂ€ten in seinem Bundesstaat (Chancellor), so dass die eigentlich als solche tĂ€tigen PrĂ€sidenten sich alle "Vice-Chancellors" also Vize-PrĂ€sidenten nennen.
Ein Chief Minister in Indien ist der gewĂ€hlte Regierungschef eines Bundesstaates und hat den gröĂten Teil der Exekutivgewalt inne. Er oder sie wird durch die Mehrheit des jeweiligen Parlaments gewĂ€hlt. In Deutschland entspricht dem das Amt des MinisterprĂ€sidenten. Die regulĂ€re Amtszeit betrĂ€gt fĂŒnf Jahre mit der Möglichkeit der Wiederwahl. Es gibt insgesamt 30 Chief Minister in allen 28 Bundesstaaten und in zwei der sieben Unionsterritorien.)
[Bearbeiten] Wahlkampf, Kritiken, Ergebnisse
Verschiedentlich wurden und werden ihr VorwĂŒrfe gemacht, dass das von ihr mit zu verantwortende Firmenkonglomerat Angehörige in illegaler Weise begĂŒnstigt habe.[12]
Die Wahlen fanden am 19. Juli 2007 regulÀr statt.[13]
Die Wahlkommission stimmte bei den indirekten 12. PrĂ€sidentenwahlen von Indien[14] mit 638.116 Stimmen fĂŒr Pratibha Patil, fĂŒr den Gegenkandidaten Bhairon Singh Shekhawat mit 331.306 Stimmen.[15] Somit wurde Patil die erste weibliche PrĂ€sidentin von Indien.[16]
Das Ergebnis in beiden Kammern[17]:
| MPs | MLAs | Gesamt | |
|---|---|---|---|
| FĂŒr Patil | 312.936 | 325.180 | 638.116 |
| FĂŒr Shekhawat | 164.256 | 167.050 | 331.306 |
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Zitatnachweise, Referenzen und Àhnliches
- â Biographical Sketch Member of Parliament X Lok Sabha
- â Kiran Tare,. âFrom college queen to future prezâ, Mid-Day, Mumbai, 15. Juni 2007.
- â âBiography of Mrs Pratibha Patilâ, indiastudychannel.com. Zugriff am 16. Juni 2007.
- â a b Shyam Pandharipande, Nagpur. âPratibha Patil is Vidarbha's daughter-in-lawâ, newKerala.com, 15. Juni 2007.
- â Ravish Tiwari/Mahesh Mhatre. âPratibha's CV says it all: She backed Indira 'n was backed by Rajivâ, Indian Express, 15. Juni 2007.
- â Rediff.com. âProfile: UPA prez nominee Pratibha Patilâ, Tabrez Khan in Mumbai, 14. Juni 2007. Zugriff am 15. Juni 2007.
- â Kumar Ketkar. âTwo Patils, one Rashtrapati: The lady and the snowman: Pratibha and Shivraj are a study in contrastâ, Indian Express, 16. Juni 2007.
- â CNN-IBN. âPratibha Patil, a Sonia loyalistâ, IBNlive.com, 14. Juni 2007. Zugriff am 15. Juni 2007.
- â [1]
- â BS Reporter/Mumbai. âPratibha Patil: End of a long political winterâ, Business Standard, 15. Juni 2007.
- â Match over, now: Left rejects second term for Kalam, In: Central Chronicle, 21. Juni 2007
- â Jochen Buchsteiner:Mit AffĂ€ren beladen ins höchste Staatsamt In der FAZ vom 20. Juli 2007
- â India gets first woman president. NDTV.com vom 2007-07-21 (accessdate=2007-07-21)
- â Indian MPs vote for new president. In: BBC News vom 19. Juli 2007
- â The Vice President of India Shri Bhairon Singh Shekhawat met the President of India Dr. A.P.J. Abdul Kalam this evening. He has submitted his resignation from the post of Vice President of India. PresseerklĂ€rung des BundesprĂ€sidenten vom 21. Juli 2007
- â Pratibha Patil: India's first female president. In: International Herald Tribune gl. Datum
- â Die hohe Stimmenanzahl ergibt sich dadurch, daĂ jeder Bundesstaat entsprechend seinen Einwohnern und der Zahl seiner Abgeordneten proportional vertreten gewesen ist. Jede Abgeordnetenstimme aus jedem einzelnen Staat hatte deshalb einen bestimmten Wert: Die Einwohnerzahl wurde durch 1.000 und danach durch die Anzahl der Abgeordneten dividiert. Die Stimmen wurden nach Staaten ausgezĂ€hlt.
[Bearbeiten] Weblinks
- Klaus Julian Voll: Pratibha Patil ist neue PrÀsidentin Indiens bei suedasien.info
- Ein PortrÀt der neuen indischen PrÀsidentin von Klaus Julian Voll bei suedasien.info
- PrĂ€sident Indiens (engl. Wikipedia ĂŒber das Amt)
- Indian presidential election, 2007 (engl. Wikipedia; dort weitere Informationen zu den WahlmodalitÀten und Kandidaten)
- Indian general election, 2004 (engl. Wikipedia; Seite zur letzten ind. Parlamentswahl)
- Offizielles Profil
- Offizieller Lebenslauf auf der Parlamentsseite Indiens.
- Indien: Pratibha Patil unter Kritik In: diestandard.at vom 27. Juni 2007
- India Demands Answers First. (VorwĂŒrfe gegen Pratibha Patil aus wordpress 26. Juni 2007; engl.)
| VorgÀnger |
16. Gouverneurin von Rajasthan 2004â2007 |
Nachfolger Rafi Ahmed Kidwai (ad interim?) |
Rajendra Prasad | S. Radhakrishnan | Zakir Hussain | V. V. Giri | Muhammad Hidayat Ullah | V. V. Giri | Fakhruddin Ali Ahmed | B. D. Jatti | Neelam Sanjiva Reddy | Giani Zail Singh | R. Venkataraman | Shankar Dayal Sharma | K. R. Narayanan | A. P. J. Abdul Kalam | Pratibha Patil
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Patil, Pratibha |
| ALTERNATIVNAMEN | Patil, Pratibha Devisingh |
| KURZBESCHREIBUNG | indische RechtsanwÀltin und Politikerin |
| GEBURTSDATUM | 19. Dezember 1934 |
| GEBURTSORT | Nadgaon, Maharashtra |