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1946

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Überblick

Einige der Angeklagten im Nürnberger Prozess

Das erste Jahr nach dem Kriegsende steht noch weitgehend unter dem Eindruck der gemeinsamen Schaffung einer Nachkriegsordnung für die Welt durch die Siegerkoalition der vier Alliierten. Deutlichster Ausdruck hierfür sind die Vereinten Nationen, deren Vollversammlung und Sicherheitsrat zu Beginn des Jahres ihre Arbeit aufnehmen. In Deutschland erreicht die im Potsdamer Abkommen vereinbarte Entnazifizierung ihren ersten Höhepunkt im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, der mit mehreren Todesurteilen und einer Reihe von Haftstrafen für die Größen des NS-Staates endet.

Der Eiserne Vorhang in Europa während des Kalten Krieges von 1945 bis 1990.

Erste aufkommende Differenzen zwischen Stalin und den West-Alliierten werden in aller Regel als wenig gravierend und überbrückbar angesehen; im Nürnberger Prozess etwa waren von den Sowjets deutlich höhere Strafen gefordert worden, die angloamerikanische Auffassung von einem möglichst fairen Verfahren hatte sich jedoch durchgesetzt; auch das erste sowjetische Veto im UN-Sicherheitsrat (dem später weit über 100 folgen sollten) betraf mit dem Abzug Frankreichs und Großbritanniens aus dem Libanon und Syrien eher eine Randfrage. In anderen Fragen wie der Behandlung des italienischen Kolonialbesitzes, der Wiederherstellung der Republik Österreichs und der Tokioter Kriegsverbrecherprozesse demonstrierte man dagegen weitgehend Einigkeit. Bedeutsamer war dann schon die Uneinigkeit, die sich in der Frage einer möglichen deutschen Zentralregierung und einer Wirtschaftsordnung für Deutschland ergab; diese Fragen wurden daher zunächst auf später vertagt. Die US-Regierung unter Harry S. Truman vertraute auf ihre starke Position als alleinige Atommacht, die sie mit ersten Atombombentests im Pazifik zur Schau stellte, und die britische Labour-Regierung von Attlee, die innenpolitisch auf die Nationalisierung der Schlüsselindustrien und des Gesundheitswesens setzte, übte sich in betonter Abkehr von der Kriegsrhetorik Churchills, der jedoch selbst vor der künftigen Gefahr warnte, die von der Sowjetunion vor allem in Europa ausgehe, die hinter dem von ihr errichteten Eisernen Vorhang, der sich zwischen Stettin und Triest über Europa gesenkt habe, ein System totalitärer Polizeistaaten etablieren würde. Churchills Stimme blieb aber zu diesem Zeitpunkt noch eher eine Minderheitenposition und Stalin kanzelte dessen Kritik denn auch als gefährliche Kriegstreiberei ab.

Zunächst stand auch die Beseitigung der unmittelbaren Not der Menschen im Vordergrund. Die Lebensmittelversorgung erreichte weltweit einen kritischen Tiefpunkt; in Deutschland kam es zu Hungerstreiks von Arbeitern, die Tagesrationen von 1500 Kalorien und weniger am Tag erhalten und häufig von Tuberkulose befallen sind, worauf die Alliierten darauf hinweisen, dass auch in Großbritannien das Brot rationiert werden müsse und es in Indien zu regelrechten Hungerkatastrophen komme. Die Bevölkerung behilft sich unterdessen mit Kohlenklau und Geschäften auf dem Schwarzmarkt, wo amerikanische Zigaretten sich zu einer Art Schattenwährung entwickeln. Die Demontagepolitik vor allem der Sowjetunion trägt zu einer Verlangsamung des Wiederaufbaus bei, immerhin aber sind bald die wichtigsten Verkehrswege wie etwa die Brücken über den Rhein wiederhergestellt.

In anderen Staaten Europas steht die Wiederherstellung einer verfassungsmäßigen Ordnung im Vordergrund. So wird in Frankreich die Vierte Republik etabliert, gegen den Willen von Charles de Gaulle, der die schwache Stellung des Staatspräsidenten kritisiert. Italien entscheidet sich mit knapper Mehrheit für die Einführung der Republik, sodass der letzte König, Umberto II., der nach Abdankung seines Vaters Viktor Emanuel III. gerade einmal einen Monat regierte, nun selbst zurücktreten muss. Das spanische Franco-Regime sieht sich angesichts der allgemeinen antifaschistischen Weltmeinung einer internationalen Isolierung ausgesetzt, ohne dass diese dessen Bestand gefährden könnte. Im Osten Europas erklären sich die Staaten zu Volksrepubliken. Wo zuvor Monarchien bestanden, wie in Rumänien, Bulgarien oder Albanien, sehen sich die Könige zur Abdankung gezwungen. Zugleich sorgen Sondergerichte für die Aburteilung von Politikern und Militärs, die sich an der Seite der Deutschen Kriegsverbrechen schuldig gemacht haben.


In den Kolonialgebieten der europäischen Mächte zeigen sich unterdessen erste deutliche Regungen von Unabhängigkeitsbestrebungen. In Britisch-Indien steuert die Kolonialmacht auf die Entlassung des Subkontinents in die Unabhängigkeit zu, was allerdings zunächst noch durch zum Teil blutige Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Moslems verzögert wird. Ho Chi Minh in Vietnam und Sukarno in Indonesien werden durch ihren Widerstand gegen die französische bzw. niederländische Kolonialherrschaft zu Vorreitern der Emanzipation der Dritten Welt. In Afrika zeigt unterdessen die Tatsache, dass im Parlament der Kolonie Goldküste nun mehrheitlich Schwarzafrikaner vertreten sind, symptomatisch auch hier den allmählichen Wandel an.

[Bearbeiten] Ereignisse

[Bearbeiten] Politik und Weltgeschehen

[Bearbeiten] Januar

Flagge der Vereinten Nationen

[Bearbeiten] Februar

Juan Domingo Perón

[Bearbeiten] März

Winston Churchill

[Bearbeiten] April

Emblem der SED
  • 21. April bis 22. April: Die KPD und die SPD vereinbaren in Ost-Berlin den Zusammenschluss zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Da eine Befragung der Sozialdemokraten in West-Berlin eine Mehrheit gegen einen Zusammenschluss ergeben hat und sich auch die SPD-Führung in den West-Zonen gegen eine Verschmelzung ausspricht, bleibt der Wirkungsbereich der SED auf Ost-Berlin und die sowjetische Zone begrenzt.
  • 25. April: In Paris kommen die Außenminister der vier Siegermächte zu einer Konferenz zusammen. Da zunächst zahlreiche Meinungsverschiedenheiten zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion auftreten, wird die Konferenz auf den 15. Juni vertagt.
  • 29. April: Beginn der Tokioter Prozesse gegen Führungskräfte der japanischen Armee.

[Bearbeiten] Mai

[Bearbeiten] Juni

  • 1. Juni: In Rumänien wird Ion Antonescu, der das Land im Zweiten Weltkrieg als „Conducator“ und Verbündeter Deutschlands führte, nach Aburteilung durch ein Volksgericht hingerichtet.
  • 2. Juni: In Italien wird ein Referendum über die künftige Staatsform abgehalten. Als sich eine Mehrheit gegen die Monarchie und für die Republik abzeichnet, geht Umberto II. ins Exil. Er hatte erst seit dem 9. Mai als italienischer König amtiert, nachdem sein Vater Viktor Emanuel III. abgedankt hatte. Alcide de Gasperi nimmt provisorisch die Aufgaben des Staatsoberhauptes bis zur Wahl eines Präsidenten wahr.
  • 8. Juni: Sukarno ruft die Indonesier zum Widerstand gegen die niederländische Kolonialmacht auf.
  • 9. Juni: Thailand. König Bhumibol Adulyadej wird Staatsoberhaupt.
  • 15. Juni: In Paris beginnt die zweite Runde der Außenministerkonferenz der Siegermächte. Während über die bislang italienischen Besitzungen Libyen und Dodekanes Einigkeit erzielt wird, wird die Frage der Bildung einer künftigen deutschen Zentralregierung vertagt.
Sir Archibald Wavell
  • 16. Juni: Der Versuch Archibald Wavells, in Britisch-Indien eine 14-köpfige, paritätisch mit Hindus und Moslem besetzte Übergangsregierung zu installieren, scheitert am Widerstand der Kongresspartei.
  • 18. Juni: Proklamation der Republik Italien.
  • 24. Juni: Georges Bidault wird Ministerpräsident der zweiten Verfassungsgebenden Versammlung in Frankreich.
  • 25. Juni: US-Militärgouverneur Lucius D. Clay ordnet für seine Besatzungszone den Stopp der Demontagen an, solange die Frage nicht geklärt sei, ob Deutschland als wirtschaftliche Einheit behandelt werde.
  • 28. Juni: Enrico de Nicole wird zum ersten Staatspräsidenten Italiens gewählt.
  • 30. Juni: In einem Referendum sprechen sich 78 Prozent der Einwohner Sachsens für die Enteignung der Großbetriebe von Nationalsozialisten aus.

[Bearbeiten] Juli

[Bearbeiten] August

[Bearbeiten] September

Georg II. von Griechenland

[Bearbeiten] Oktober

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[Bearbeiten] Dezember

[Bearbeiten] Wirtschaft

  • Gründung des Süßwarenkonzerns Ferrero in Alba (Italien).
  • Gründung der Axel Springer AG, Verlag in Hamburg.
  • Das japanische Unternehmen Sony wird durch Akio Morita und Masaru Ibuka gegründet.
  • Das australische Transportunternehmen TNT, ein Expressdienst, wird gegründet.

[Bearbeiten] Wissenschaft und Technik

[Bearbeiten] Kultur

[Bearbeiten] Religion

[Bearbeiten] Sport

[Bearbeiten] Katastrophen

Kleinere Unglücksfälle sind in den Unterartikeln von Katastrophe aufgeführt.

[Bearbeiten] Geboren

[Bearbeiten] Januar

[Bearbeiten] Februar

[Bearbeiten] März

[Bearbeiten] April